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Categories: Deutsch

Für die deutsche Sektion der internationalen Bewegung RCWP:
Dr. theol. Ida Raming

In seinem Buch „Licht der Welt“ nimmt der Papst auch Stellung zum Thema ‚Frauenordination’. Er beruft sich auf die Aussage seines Vorgängers Johannes Paul II.: „Die Kirche hat keinerlei Vollmacht, Frauen zu weihen.“ Der „Herr“ (Jesus bzw. Gott) habe „der Kirche eine Gestalt gegeben mit den Zwölfen (zu erg.: Männern!) und in deren Nachfolge mit den Bischöfen und den Presbytern, den Priestern“. Diese „Gestalt der Kirche“ sei von Christus her „konstitutiv“, daher nicht veränderbar.

Wir, Mitglieder der internationalen Bewegung Römisch-Katholische Priesterinnen (RCWP), sehen dagegen in der Berufung auf Jesus Christus und damit auf Gott für die Aufrechterhaltung der patriarchalen Struktur der Kirche eine schwere Beleidigung Jesu Christi und Gottes.
Die Aussagen des Papstes ignorieren grundlegende historisch-theologische Forschungen:
Aus dem faktischen Handeln Jesu (Berufung der zwölf Männer…), das sich aus der jüdischen Tradition (‚Zwölf Stämme Israels’) sowie aus der soziokulturellen Situation der Zeit Jesu eindeutig erklären lässt, dürfen keine für alle Zeit geltenden Normen abgeleitet werden. Bekanntlich konnten Frauen im antiken Israel kein öffentliches Zeugnis vor Gericht ablegen; sie durften in den Synagogen nicht öffentlich lehrend auftreten!
Hat Jesus etwa Sklaven und Nicht-Juden in die Gruppe der Zwölf berufen? – Die Aussagen des Papstes lassen auch die Ämterentwicklung in der frühen Kirche völlig außer Acht: Es gab nämlich durchaus Frauen als Diakoninnen, Presbyterinnen, Missionsapostelinnen!
Gleichfalls setzt sich der Papst damit über die christliche Botschaft: „In Christus ist aufgrund von Glauben und Taufe nicht mehr … männlich und weiblich…“ (vgl. Gal 3,27f) hinweg.

Der Papst betont: „Wir sind kein Willkürregime. Wir können nicht machen, was wir wollen…“. Gerade das Gegenteil davon wird durch sein Handeln erwiesen: Die derzeitige röm.-.kath. Kirchenleitung (Papst mit Vertretern der Kurie) ist das eigentliche „Willkürregime“, – sie machen, was sie wollen“, indem sie gegen die Botschaft Jesu Christi und gegen die „Zeichen der Zeit“ an der patriarchalen Struktur der Kirche mit all ihren negativen Auswirkungen willkürlich und unbelehrbar festhalten!


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