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Categories: Deutsch

Von Heike Knops

Wenn das Alter nicht auf Pflegekosten reduziert werden soll, wie kann es als soziale Frage thematisiert werden?

Alte, pflegebedürftige Menschen werden in unserem Staat vor allem als Kostenfaktor denunziert und das Alter generell viel zu schnell mit Fürsorge und Pflege konnotiert. Das prägt den Blick der Jungen auf diese Generation ebenso wie die Selbstwahrnehmung der SeniorInnen. Mit Patientenverfügung und Euthanasie werden medizinische Problemlösungen angeboten. Gedankengut aus der Vergangenheit ebenso wie gegenwärtige Wirtschaftlichkeitserwägungen hindern uns daran, eine soziale Lösung für diese rein soziale Frage zu suchen.

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Emma Watsons Rede vor der UN zu Gleichberechtigung und Feminismus

Von Anna Maria Riedl

Kündigt sich im Bekenntnis „Ich bin Feministin“ der HeForShe-Rede von Emma Watsons ein neues feministisches Selbstverständnis an?

Am 20. September 2014 hat die Schauspielerin Emma Watson – bekannt vor allem als Hermine Granger aus den Harry Potter Filmen – vor der UN eine Rede zur Eröffnung der Gleichberechtigungskampagne HeForShe gehalten.

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Rechtsextreme Tendenzen im christlichen Glaubensspektrum als relevantes Thema für feministische Theologie und Praxis

Von Sonja Strube

Welche Allianzen finden sich im Internet zwischen rechten/ rechtsextremen Gruppierungen und konservativ-christlichen Kreisen? Der Kampf gegen den Genderismus zum Beispiel verbindet beide Seiten…

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Religiöse Kausalitäten, Fundamentalismus und relationale Theologie

Von Andrea Günter

Wie begünstigt das theologische Sprechen der religiösen „Mitte“
Fundamentalismus? Was sind Alternativen?

Worte und Kausalitäten

Ausländerfeindlichkeit oder Klerikalismus, Patriarchalismus oder Kreationismus, solche Weltbilder werden in der Regel als Ausdruck einer fundamentalistischen Haltung verstanden. Dabei wird diskutiert, ob Fundamentalismus eine Randerscheinung von religiösen oder säkularen Gruppen darstellt oder aber fundamentalistisches Gedankengut der „Mitte“ einer Gesellschaft entspringt. Für die zweite Einschätzung spricht, dass soziologische Untersuchungen immer wieder feststellen, wie sehr sogenanntes rechtes Gedankengut doch in der „Mitte“ zu identifizieren sei.

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Kirchen und Geld in Deutschland

Von Isa Breitmaier und Andrea Günter

Im Herbst des Jahres 2013 konnte viele kirchenverbundene Menschen in
unterschiedlichsten Gesprächssituationen erfahren, wie wichtig derzeit das Thema “Kirchen und Geld” in der allgemeinen deutschen Öffentlichkeit ist. Viele Menschen fühlen sich besser über Kirchenfinanzsacherverhalte in Deutschland aufgeklärt, nachdem Journalisten aufgrund des Limburger Skandals viele Hintergrundinformationen dazu an die Öffentlichkeit gebracht haben. Fragen, die besonders Frauen stellen, die sich mit Kirche auseinandersetzen, bleiben: Kann die Finanzierung von Bischöfen durch Steuergelder auf der Grundlage des Reichsdeputationshauptschlusses von 1803 heute noch gelten? Wird der Kirchenstaatsvertrag einer plural-demokratischen Gesellschaft überhaupt gerecht?

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Laudation zur Verleihung des Siegele-Wenschkewitz- Preises 2013 an das Buchprojekt „Stefanie Schäfer-Bossert/Elisabeth Hartlieb (Hg.): Feministische Theologie – Politische Theologie. Entwicklungen und Perspektiven“

Von Gury Schneider-Ludorff

Dass feministische Theologie sich immer als politisch verstanden hat, hat Tradition. Die Verleihung des Siegele-Wenschkewitz- Preises 2013 bietet ein Anlass, an die Vordenkerinnen zu erinnern.
Am 10. November 2013 hielt Gury Schneider-Ludorff die Laudatio zur Verleihung des Siegele-Wenschkewitz- Preises an das wissenschaftliche Buchprojekt „Feministische Theologie – Politische Theologie. Entwicklungen und Perspektiven“, das Stefanie Schäfer-Bossert und Elisabeth Hartlieb herausgegeben haben.

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Selbst Denken

Von Isa Breitmaier

Zur Erinnerung: Mitte Dezember 2012 wendete sich die Notärztin, bei der eine offenbar nach K.O. Tropfen vergewaltigte Frau Rat gesucht hatte, an ein katholisches Kölner Krankenhaus zur Spurensicherung. Die Behandlung wurde von der diensthabenden Ärztin abgelehnt, die angab, dass sie auf keinen Fall die „Pille danach“ verschreiben dürfe. Die Kollegin in einem weiteren katholischen Krankenhaus reagierte ebenso. Die diensthabenden Ärztinnen beriefen sich auf die „Ethische Stellungnahme zur Notfallkontrazeption bei Patientinnen, die vermutlich Opfer eines Sexualdelikts geworden sind“, die die zuständige Ethikkommission der Krankenhäuser einige Wochen vorher veröffentlicht hatte. Sie befürchteten eine fristlose Kündigung für den Fall, dass sie über die „Pille danach“ aufklären müssten bzw. sie verschreiben würden. Offensichtlich hatten sich die Ärztinnen im Zusammenhang der Aufklärung über die ethische Stellungnahme im Rahmen ihrer Dienstverhältnisse unter Druck gesetzt gefühlt. Gleichwohl steht natürlich die ärztliche Pflicht, Hilfesuchenden beizustehen, über einer solchen Stellungnahme.

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Wissenschaft im Ehrenamt

Von Andrea Günter und Silke Petersen

Ein freies Verständnis von geistiger Arbeit entwickeln, deren Identifizierung mit universitärem Arbeiten aufbrechen: Was wir mal wollten, was noch werden kann, die politische Seite der ESWTR.

Ausgerechnet in einer Zeit, in der es überdurchschnittlich viele hochqualifizierte Theologinnen gibt, wird es immer schwieriger, angemessene Stellen im universitären oder außeruniversitären Forschungsbereich zu bekommen. Wissenschaftlerinnen der ESWTR unternahmen 2006 und 2007 verschiedenen Initiativen, um sich zu vernetzen. Sie wollen diese Situation nicht weiterhin als Einzelne bewältigen müssen. Die andere Seite hierzu ist, das Verständnis der geistigen und intellektuellen Arbeit zu überprüfen.

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„Gender ideology“: Neuer kirchlicher Antifeminismus

Von Andrea Günter

Der Terminus „gender ideology” wird in kirchlichen Kontexten zunehmend als Waffe gegen frauenbewegte Ambitionen eingesetzt

Geschlechterverhältnisse – Ideologie – Kritik

„Gender Ideologie“ oder „Geschlechterrollenideologie“ ist ein Terminus aus der (feministischen) Soziologie, der darauf hinweist, dass Geschlechterbilder und Geschlechterrollenzuschreibungen kritisiert werden müssen. Allerdings, in kirchlichen Kontexten scheint dieser Terminus zunehmend als Waffe gegen frauenbewegte Ambitionen eingesetzt zu werden, berichten Frauen auf europäischen Tagungen, unter anderem auf der osteuropäischen ESWTR-Konferenz in Split, Kroatien im Sommer 2012. So wird Frauen, die (nicht nur) in kirchlichen Kontexten Frauen- und Geschlechterthemen einbringen wollen und allein schon durch diesen Impuls Geschlechterverhältnisse in Kirche und Gesellschaft infrage stellen, vorgeworfen, sie betrieben „gender ideology“. Die Intention des Terminus „gender ideology“ ist damit regelrecht pervertiert. Statt als Anleitung dafür zu dienen, Geschlechterverhältnisse zu kritisieren, wird er dazu benutzt, die Kritik an Geschlechterverhältnissen zu kritisieren. Geschlechterverhältnisse zu kritisieren wird zur Ideologie erklärt.

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Meine Erfahrungen mit der ESWTR

Von Hanna Strack

Die ESWTR ist als Aufbruch-Bewegung entstanden und hat sich nun etabliert. Ein persönlicher Blick.

Es muss wohl 1991 gewesen sein, da flatterte ein Rundbrief der ESWTR aus Tübingen kommend auf meinen Schreibtisch. Ich war 1988 mit 52 Jahren aufgebrochen aus meinem familiären Eingebundensein, jetzt war ich Promotionsstudentin an der LMU München, es sollte eine Arbeit über Segen werden. Dann kam die Einladung zur nationalen Tagung 1992 in Hirschluch. Dort war alles so neu für mich, die wissenschaftlich arbeitenden Theologinnen, der freie, manchmal auch spannungsvolle Gedankenaustausch, die Ökumene. Annette Esser war da. Sie nahm im folgenden Jahr die Initiative in die Hand, ein Buch zum Thema Spiritualität herauszugeben, dem der Verlag dann den Titel „Göttinnen und Priesterinnen“ gab. Wir trafen uns in Köln mit Donate Pahnke, Regina Sommer, Edith Franke, Ursula Rudnik, Hanna Lauterbach, auch Ulrike Wiehaus schrieb einen Beitrag.