backtotop

Categories: Deutsch

Ein offener Brief zur Diskussion um die Orientierungshilfe „Zwischen Autonomie und Angewiesenheit. Familie als verlässliche Gemeinschaft stärken. Eine Orientierungshilfe des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland“

Von Barbara Zeitler

Sehr geehrter Herr Ratsvorsitzender Schneider,
sehr geehrte Damen und Herren im Rat der EKD,

in den letzten Wochen hat es eine Reihe von sehr kritischen Reaktionen auf die aktuelle Orientierungshilfe gegeben, die sich vor allem auf das dort vertretene Familienbild und die theologische Fundierung der Orientierungshilfe bezogen.

Categories: Deutsch

Ein Interview mit Gertraud Ladner über ihre Erfahrungen zur Vorbereitung der außerordentlichen Bischofssynode für Familie und Evangelisierung.

Gertraud Ladner hatte im November im ESWTR-mailing Frauen gesucht, die den Fragebogen zur Vorbereitung der Außerordentlichen Bischofssynode zu Familie und Evangelisierung im Herbst 2014 kommentieren. Wir befragen sie zu ihren Erfahrungen.

Categories: Deutsch

– Über die öffentliche Selbstentwertung der Kirche

Von Pfarrerin Dr. Regina Sommer

Leserinnenbrief zum Artikel „Streifzüge / Berlin / Keiner zum Kuscheln“ von Heike Schmoll, erschienen in der FAZ-Ausgabe vom 18.11.2010, Seite 2

Es ist unbestreitbar: Die evangelischen Kirchen haben ein Nachwuchsproblem. Trotz Stellenabbaus werden in naher Zukunft viele Pfarrerinnen und Pfarrer gebraucht. Es ist somit hoch erfreulich, wenn sich junge Menschen für ein Theologiestudium entscheiden. Jedoch sollten es nach Ansicht mancher Theologen nicht zu viele Frauen sein. Der wachsende Frauenanteil im Theologiestudium und Pfarrberuf wird nicht etwa begrüßt, sondern als zunehmende Bedrohung gesehen. Friedrich Wilhelm Grafs jüngste Äußerungen in Berlin sind dabei keineswegs neu. Vor einer drohenden „Feminisierung“ der Kirche und Pfarrberufs wird mittlerweile vielerorts gewarnt – meist hinter vorgehaltener Hand. Graf hat dies nun öffentlich getan. Wie andere auch, bemühte er subjektive Anmutungen, um seine Thesen von der Entwertung der Theologie und des Pfarrberufs durch den wachsenden Frauenanteil zu untermauern. Das ist das Problem der Rede von der Feminisierung, dass diejenigen, die sie betreiben, sich jeglicher Objektivität enthalten. Die „Fakten“, die Graf – und in unkritischer Aufnahme auch Heike Schmoll – präsentieren, sprechen ihre eigene Sprache. Es handelt sich um nicht belegte Annahmen, die in keiner Weise der Realität entsprechen. Die Tendenz sinkender Abiturnoten bei Theologiestudierenden lässt sich EKD weit nicht belegen. Ebenso wenig empirisch gestützt ist die Behauptung, gerade weibliche Studierende stammten überwiegend aus bildungsfernen Schichten. Es ist auch keineswegs so, dass promovierte Frauen der Kirche reihenweise den Rücken kehren. Der Frauenanteil unter den Habilitierten steigt kontinuierlich, ebenso die Anzahl der Theologieprofessorinnen. Diese Entwicklungen werden von Graf offenbar nicht als Gewinn, sondern als Bedrohung gesehen, die ausgeblendet bzw. umgemünzt werden muss. Angst ist der Motor solch unreflektierten Redens. Befürchtet wird ein Bedeutungsverlust der Theologie und des Pfarrberufs, der einseitig den Frauen angelastet wird. Frauen werden einmal mehr zu Sündenböcken erklärt: ein kulturgeschichtlich wiederkehrendes Muster. Dabei müsste man doch fragen, was junge Männer eigentlich davon abhält, Theologie zu studieren. Und: Was sind die wirklichen Gründe für den befürchteten Imageverlust der Kirche? Eins ist klar: Wer hier plakativ von Feminisierung redet, verschleiert das Problem, mehr noch: er betreibt die öffentliche Selbstentwertung der Kirche in einer Weise, die ihres gleichen sucht.

Categories: Deutsch

Für die deutsche Sektion der internationalen Bewegung RCWP:
Dr. theol. Ida Raming

In seinem Buch „Licht der Welt“ nimmt der Papst auch Stellung zum Thema ‚Frauenordination’. Er beruft sich auf die Aussage seines Vorgängers Johannes Paul II.: „Die Kirche hat keinerlei Vollmacht, Frauen zu weihen.“ Der „Herr“ (Jesus bzw. Gott) habe „der Kirche eine Gestalt gegeben mit den Zwölfen (zu erg.: Männern!) und in deren Nachfolge mit den Bischöfen und den Presbytern, den Priestern“. Diese „Gestalt der Kirche“ sei von Christus her „konstitutiv“, daher nicht veränderbar.

Wir, Mitglieder der internationalen Bewegung Römisch-Katholische Priesterinnen (RCWP), sehen dagegen in der Berufung auf Jesus Christus und damit auf Gott für die Aufrechterhaltung der patriarchalen Struktur der Kirche eine schwere Beleidigung Jesu Christi und Gottes.
Die Aussagen des Papstes ignorieren grundlegende historisch-theologische Forschungen:
Aus dem faktischen Handeln Jesu (Berufung der zwölf Männer…), das sich aus der jüdischen Tradition (‚Zwölf Stämme Israels’) sowie aus der soziokulturellen Situation der Zeit Jesu eindeutig erklären lässt, dürfen keine für alle Zeit geltenden Normen abgeleitet werden. Bekanntlich konnten Frauen im antiken Israel kein öffentliches Zeugnis vor Gericht ablegen; sie durften in den Synagogen nicht öffentlich lehrend auftreten!
Hat Jesus etwa Sklaven und Nicht-Juden in die Gruppe der Zwölf berufen? – Die Aussagen des Papstes lassen auch die Ämterentwicklung in der frühen Kirche völlig außer Acht: Es gab nämlich durchaus Frauen als Diakoninnen, Presbyterinnen, Missionsapostelinnen!
Gleichfalls setzt sich der Papst damit über die christliche Botschaft: „In Christus ist aufgrund von Glauben und Taufe nicht mehr … männlich und weiblich…“ (vgl. Gal 3,27f) hinweg.

Der Papst betont: „Wir sind kein Willkürregime. Wir können nicht machen, was wir wollen…“. Gerade das Gegenteil davon wird durch sein Handeln erwiesen: Die derzeitige röm.-.kath. Kirchenleitung (Papst mit Vertretern der Kurie) ist das eigentliche „Willkürregime“, – sie machen, was sie wollen“, indem sie gegen die Botschaft Jesu Christi und gegen die „Zeichen der Zeit“ an der patriarchalen Struktur der Kirche mit all ihren negativen Auswirkungen willkürlich und unbelehrbar festhalten!

Categories: Deutsch

Dialog oder Machtdemonstration? Ein offener Brief an Alice Schwarzer

Von Sabine Plonz

Wie Integrationsdebatten nicht geführt werden dürfen und Frauenfeindlichkeit nicht überwunden wird. Dialog oder Machtdemonstration? Sabine Plonz schrieb als Pfarrerin für
Islamarbeit-Migration-Integration des Ev. Kirchenkreises Duisburg einen Offenen Brief an Alice Schwarzer. Anlass war die Fernsehsendung „Menschen bei Maischberger“ mit Alice Schwarzer, Zehra Yilmaz und anderen am 12.10.2010 in der ARD.

Sehr geehrte Frau Schwarzer,
als politisch engagierte Bürgerin, die den Aufbruch der zweiten
Frauenbewegung als Schülerin erlebte, habe ich großen Respekt vor Ihrer historischen Leistung – zumal mir in den letzten Jahren die große Mühsal früherer Frauengenerationen im Kampf um die heute erlangten Rechte sehr bewusst geworden ist.

Categories: Deutsch

… im doppelten Sinne des Wortes

Von Dr. Heike Knops

Unser Spielraum wird immer kleiner. Längst wird auf europäischer Ebene entschieden, wie sich unsere Gesellschaft – auch im medizinischen Komplex – zu entwickeln hat. Denn ebenso wie die derzeitige Änderung des Transplantationsgesetzes, so sind auch die Regelungen zur medizinischen Praxis am Lebensende eine Auftragsarbeit aus Brüssel. Der internationale Terminus dafür ist Euthanasie. Unter diesem, bei uns belasteten Begriff, diskutierte das „Komitee für soziale, gesundheitliche und familiäre Angelegenheiten“ des Europarates bereits im September 2003 europäische Praxis am Lebensende [Parliamentary Assembly /Assemblée parlementaire, Euthanasia, Doc. 9898, 10 September 2003 / Report: Social, Health and Family Affairs Committee
Rapporteur: Mr Dick Marty, Switzerland
] auf Grund der Bereitschaft von einigen Ärzten und medizinischem Personal, das Leben ihrer Patienten unter bestimmten Bedingungen zu beenden. Dazu gehören unheilbare Krankheiten oder ständige, unerträgliche Schmerzen ohne Aussicht auf Besserung und der daraus resultierende Patientenwunsch nach Euthanasie.

Categories: Deutsch

Dürfen wir tun, was wir können? Optimierung der Körper und die Grenzen der Machbarkeit

Von Ilse Müllner

Das Erste Testament versteht Technik als Teil der Schöpfung. Was ist daraus für die moralische Qualifizierung menschlichen Tuns zu lernen? Zwischen Frankenstein und Blade Runner, zwischen dem Roman von Mary Shelley und dem Film von Regisseur Ridley Scott liegen nicht nur 165 Jahre (1817 bis 1982), sondern auch die Erweiterung des Raums menschlicher Machbarkeit. Die Sphäre dessen, was Menschen herstellen können, dehnt sich immer weiter aus, die Eingriffsmöglichkeiten in natürliche Prozesse werden nachhaltiger, effizienter und dramatischer. Mit den menschlichen Fähigkeiten verändern sich auch die Vorstellungen über das Verhältnis von Gewachsenem und Gemachtem (Jürgen Habermas). Frankensteins Geschöpf bleibt in seiner Gestalt und seinen psychischen wie sozialen Fähigkeiten weit hinter dem Modell zurück. Er ist hässlicher, unkommunikativer, unreifer und gerade in der Kombination seiner Fehlerhaftigkeit mit übermenschlicher Kraft gefährlich. Der Film Blade Runner zeigt von Menschen hergestellte Wesen, die Replikanten, als klüger, effektiver und auch schöner als Menschen. Es fehlt ihnen einzig die Empathie, was sie sogar noch funktionstüchtiger macht. Frankensteins Geschöpf löst das Erschrecken des Unmenschlichen aus, die Replikanten in Blade Runner machen uns schaudern in ihrer Perfektion.

Von Ida Raming

Einzelpetition bezüglich eines Verstoßes gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) und das Grundgesetz Artikel 3 durch Abführung von Staatsleistungen an die römisch-katholische Kirche, welche Frauen aufgrund ihres Geschlechts von Ämtern ausschließt.

Dokumente