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2017-03-19_FotoPostfaktisch

Von Andrea Günter

Der Klimawandel sei „postfaktisch“, worin das Wesen der Frau oder Amerikas, der Türkei, des Islam usw. bestehe sei biologisches bzw. gottgewolltes Fakt. Da haben wir sie, die unheimliche erkenntnistheoretische Allianz fundamentalistischer Strömungen mit vermeintlich postmodernen Tendenzen – und mit Geschlechtertheoremen.

Freuen wir uns zunächst einmal: Fundamentalisten heutzutage führen erkenntnistheoretische Diskurse und favorisieren seit Hitlers Radiodemagogie mediale Inszenierungen. Sie sind in der Postmoderne angekommen. Allerdings, unsere beiden Beispiele zeigen: Der Einsatz philosophischer Erkenntniskritik ist willkürlich, jeder bedient sich, so wie es ihm oder ihr passt. Aber vielleicht ist gerade das ja auch ein Kennzeichen der Postmoderne? Beliebiger Umgang mit erkenntnistheoretischen Versatzstücken, so wie es mir gefällt, wobei je nach Bedarf zwischen absoluten und relativen Bestimmungen abgewechselt wird. Postmoderne Beliebigkeit eben…

Nun könnte man anfangen genauer zu unterscheiden. Bekennt sich Donald Trump zu einer Biologie der Frau? Halten religiöse Fundamentalisten den Klimawandel für eine Lüge? Wie steht Erdogan zum Klimawandel? Wie steht die AFD zu beidem? Usw. Beginnt man diese Konstellationen genauer zu untersuchen, umgeht man damit jedoch die Herausforderungen der erkenntnistheoretischen Problematik.

Warum äußern sich Wissenschaftler nicht zu den Angriffen, denen neuerdings unsere Gesellschaft ausgesetzt ist, und verteidigen den wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn, fragt dementsprechend der renommierte Journalist Wulf Rüskamp in der Badischen Zeitung (10.3.2017). Die Frankfurter Rundschau setzt sich des Gleichen mit dem Phänomen „postfaktisch“ auseinander und hat ihre Beilage zum Wochenende vom 4.2.2017 dem Schwerpunkt „Lüge“ gewidmet.

Journalisten setzen sich mit der Klassifizierung „postfaktisch“ auseinander, weil sie als Lügenpresse angegriffen werden. Akademiker äußern sich so gut wie nicht darüber. Warum? Meine These dazu ist einfach. Sie haben ihre intellektuellen Hausaufgaben nicht gemacht, kaum eine öffentliche Diskussion über den Vorwurf geführt, der spätestens mit der postmodernen Philosophie unüberhörbar im Raum steht: der Vorwurf des Relativen, der Beliebigkeit und des Konstruierten. Im Gegenteil, viele verkünden die konstruktivistische Sichtweise zumindest als eigenen theoretischen Standpunkt, andere, die dies nicht tun, klären nicht auf und führen keinen alternativen Diskurs, diejenigen wiederum, die ihn führen, werden ignoriert.

Beginnen wir mit dem Geschlechterdiskurs als zentralem Streitfeld. „Das Geschlecht ist gemacht“, und zwar „nichts anderes als gemacht“ – ein „auch gemacht“ würde ja reichen, um das Problembewusstsein für Geschlechterrollen als gesellschaftliche Tat zu schärfen –, verkünden Gender-TheoretikerInnen, die seit Jahren wohl am direktesten von fundamentalistischen Seiten aller Couleur angegriffen werden.[1] Mit „nichts als“ wird eine Position absolut gesetzt und letztlich ontotheologisiert, statt das relative, die Relationalität betonende „auch“ zu benutzen. Das Absolute der Metaebene konterkariert eine inhaltliche Relativierung, vorausgesetzt, sie wird überhaupt erstrebt.[2]

Besonders gerne lassen sich Gender-TheoretikerInnen diese Auffassung von Simone de Beauvoir legitimieren. Beauvoir sage, so wird zitiert, man würde nicht als Frau geboren, man würde dazu „gemacht“. Diese Aussage wird inzwischen beständig als Zitat eingesetzt, ohne dass es überprüft und außerdem geklärt wird, ob Beauvoir, eine hervorragende Philosophin, so etwas wie einen Konstruktivismus überhaupt vertritt.

Dabei bezieht Beauvoir gleich auf den ersten Seiten ihrer Einleitung von „Das andere Geschlecht“ (Reinbek b. Hamburg 1957), also schon zu Beginn der 50er Jahre des letzten Jahrhunderts, direkt Stellung gegen die Philosophie der Aufklärung, den modernen Rationalismus und Nominalismus (philosophiegeschichtlich ein Vorläufer des Konstruktivismus), die zu der Behauptung führen,

„Frauen wären unter den menschlichen Wesen nur solche, die man willkürlich mit dem Wort ‚Frau‘ bezeichnet: besonders die Amerikanerinnen bekunden gerne die Meinung, die Frau als solche gäbe es nicht; empfindet sich eine Hinterwäldlerin gleichwohl dort noch als Frau, so geben ihr ihre Freundinnen den Rat, sich analysieren zu lassen, um sich von dieser Zwangsvorstellung zu befreien.” (9)

Das Auffällige aus heutiger Perspektive ist, dass Beauvoir den Konstruktivismus zum Rationalismus zählt und diesen wiederum mit der Philosophie der Aufklärung gleichsetzt (sie hat Kant im Blick). Zwar wollen KonstruktivistInnen den Rationalismus gerne überwinden, allerdings ersetzen sie ihn bloß durch eine neue, nunmehr soziologische Variante. Dass sie dazu ausgerechnet Beauvoir benutzen, zeigt, wie sehr sie in ihren eigenen Glaubensgebäuden gefangen sind. Anders differenzierende erkenntnistheoretische Positionen scheinen sie nicht wahrnehmen zu können. Muss man dem Gender-Konstruktivismus des Gleichen eine fundamentalistische Haltung unterstellen?

Beauvoirs Einleitung ist eine Einführung in ein erkenntnistheoretisches Setting, das jenseits des Rationalismus und gerade auch des Konstruktivismus angesiedelt ist. Sie erweist sich als regelrecht postmodern, weil Beauvoir heraushebt, dass Relationalität, Relativität und Besonderheit neu gedacht werden müssen. Dazu bietet sie, Hegel folgend, an, den „substantiellen Wert“ des Verbs „sein“ zu dekonstruieren. Hierzu den Dualismus „wesentlich – unwesentlich“ zu durchschreiten führt dazu, der Falle, eine Klassifizierung wie „Frau“ als unwesentlich zu brandmarken, zu entkommen (11ff.).

In der deutschen Übersetzung kommt außerdem das Wort „gemacht“ nicht vor, im französischen Original schon gar nicht. Die Stelle lautet hier:

„Man kommt nicht als Frau zur Welt, man wird es [frz.: on le devient/AG]. Kein biologisches, psychisches, wirtschaftliches Schicksal bestimmt die Gestalt [frz.: figure/A.G.], die das weibliche Menschenwesen [frz. femelle humane/A.G.] im Schoß der Gesellschaft annimmt.“(265)

Warum wird die Zitierung „gemacht“ weder anhand der deutschen noch der französischen Übersetzung überprüft? Das müsste eigentlich eine wissenschaftliche Selbstverständlichkeit sein. Dass eine Denkerin wie Beauvoir dafür be­nutzt wird, den gender-Kon­struk­ti­vis­mus zu le­gi­timieren, zeigt, wie sehr ihre Vertreterinnen in ihren ei­genen Glau­bensgebäuden ge­fangen sind. Die anderweitig differenzierende erkenntnistheoretische Po­sition von Beauvoir und an­de­ren scheinen sie nicht wahrnehmen zu können oder wollen. Haben Vertreterinnen des Gen­der-Konstruktivismus eine ebenso fun­da­mentalistisch-religiöse Haltung wie Kreationisten, (vgl. Link)? Spielen sie einander zu, indem beide ein Absolutes vertreten, das jeweils den anderen Pol besetzt?

Das „Werden“ entspricht der Hegelschen Idee, „sein“ als dynamisches (letztlich genealogisches) „Werden“ zu verstehen. Des Weiteren nutzt Beauvoir die beiden Worte „femme“ und „femelle humane“, wobei „femelle“ im Französischen als rein zoologische Bezeichnung benutzt wird. So kann Beauvoirs Aussage entnommen werden, dass das Werden einer Frau das dynamische Werden eines offenen, biologisch weiblichen Menschenwesens ist, interpretiert man die zoologische Klassifizierung als eine erste Bestimmtheit der biologischen Gestalt (heute würden wir eher von Morphologie sprechen), die zugleich unbestimmt ist und eine Bestimmung „im Schoße der Gesellschaft“ annehmen wird. Was Beauvoir in ihrem ganzen Buch nun für alle möglichen Bereiche und Diskursfelder kritisiert, ist, wie dieses unbestimmte Bestimmte bislang in der Gesellschaft als Determinismus praktiziert wird und welche Möglichkeiten Frauen haben, die deterministische Praxis zu transzendieren, um das Bestimmen als menschliche Tätigkeit und Möglichkeitshorizont zu erobern. Entsprechend münden ihre Ausführungen kurz vor ihren letzten Schlussfolgerungen in die Aussage

„Die freie Frau [Frz. la femme libre/AG] wird eben erst geboren“ (667).

Was wir Beauvoirs Erkenntniskritik entnehmen können, ist, dass es kein Postfaktum gibt, aber ein Transfaktum. Es gibt also Fakten, die von Menschen aufgegriffen und gestaltet werden. Dabei kann sich die Gestaltungsweise unterscheiden, sie kann als determiniert oder als Freiheit praktiziert werden.

Mit dieser Kontur folgt Beauvoir Kant genauer als es eine rationalistische Kantinterpretation vornimmt. So unterscheidet Kant zwischen „Ding an sich“ und „Erscheinung“. Dass Fakten den Menschen Gegenstände sind, sagt etwas aus über die Grenzen und Möglichkeiten der menschlichen Erkenntnisleistung und des menschlichen Denkens. Es handelt sich um keine Aussage über die Faktizität oder Nicht-Faktizität von Dingen. Von den Grenzen der menschlichen Erkenntnisleistung auf die Grenzen der Faktizität (und nicht ihrer Erkennbarkeit!) zu schließen, ist ein Fehlschluss, der zu der Behauptung führt, das menschliche Erkenntnisvermögen schaffe die Fakten und jenseits davon gebe es keine.

Gerade Kant hat diese Sichtweise mit der Unterscheidung zwischen „Ding“ und „Erscheinung“ relativiert. Folgt man hingegen dem Kurzschluss, das menschliche Erkenntnisvermögen entscheide über die Faktizität von Dingen, wird das menschliche Erkenntnisvermögen größer gemacht als es ist, was ihm seine Autorität letztlich nimmt, weil es im Umgang mit Fakten so oder so versagt, und es außerdem autoritär wirken lässt. Diese Wirkung verbirgt sich hinter dem Erschrecken über die Wahrheit der Behauptung eines Postfaktischen in postmodernen Erkenntnisverhältnissen, insbesondere wenn dies auf einmal von der falschen Seite in Anspruch genommen wird.

Autoritär gesinnte Menschen nutzen diese Wirkung gerne aus. Fakten und Meinungen zu verkehren, ist eine Strategie totalitärer Herrschaft, hat Hannah Arendt eindrücklich bei ihrem Besuch in Deutschland 1950 herausgearbeitet.[3] Und diese Strategie wirkt, sie schließt an das Bedürfnis an, sich größer zu machen als man ist, und um das zu können, andere kleiner zu machen als sie sind, so Erich Fromm in seiner Analyse „Die autoritäre Persönlichkeit“.[4] In diesem Falle macht man sich größer, indem man Fakten Faktizität abspricht, und zwar um andere (und ihre Einschätzungen) kleiner zu machen als sie sind und darum übergehen zu können.

Das, was das menschliche Erkenntnisvermögen erzeugt, ist das Erkennbare für Menschen (hält Hegel sozusagen Kant entgegen). Menschen sind von sich selbst abhängig und durch sich selbst eingeschränkt, auch was ihre Erkenntnisleistung betrifft. Ihre Erkenntnis beruht auf einer Relation, genau genommen sogar auf einer doppelten, potenzierten Relationalität: auf ihrer Relation zu einem Ding und der zu anderen. Diese Relationalität ist in das Wissen über Fakten eingeschrieben, weshalb dieses Wissen als Relatives gilt. Schlecht oder unzulänglich ist dies nur, wenn man Wissen an einem Absoluten misst. Misst man es nicht an einem Absoluten, ist man mit der Frage konfrontiert, wie man diese Relativität praktiziert. Die Frage nach Fakten und des Umgangs mit Faktizität wird zu einer ethischen Frage.[5]

Also nicht das Faktum gilt relativ und ist darum keines, sondern die Erkenntnis des Faktums. Faktizität hängt weder von der Erkenntnisfähigkeit noch vom Erkenntniswillen ab. So wird ein Mensch, der von einem Auto überfahren wird und tot ist, am nächsten Tag nicht zur Arbeit erscheinen, auch wenn der Chef dies noch so sehr will. Spricht der Chef davon, dass der Mitarbeiter an diesem Morgen da ist, wird ihm seine Umwelt zurückmelden, dass er Erscheinungen habe.

Fakten wirken unabhängig davon, was jemand erkennen kann oder will. Sie sind allerdings an ihren Wirkungen zu erkennen. Das deutsche Wort „Wirklichkeit“ thematisiert den Zusammenhang: Ding und Wirkung, insbesondere auf Menschen und ihr Zusammenleben. Aber auch Wirkungen sind häufig nicht eindeutig. Darum ist es wichtig, auf die Beispiele zu achten, die angeführt werden, um Faktizität zu konstatieren oder abzustreiten. Was die Geschlechter betrifft, so entscheidet sich die Faktizität einer menschlichen Zweigeschlechtlichkeit nicht darüber, ob Mädchen rosa und Jungs blaue Kleidung tragen. Das ist wirklich irrelevant. Aber es entscheidet sich daran, was wir unseren Kindern spätestens dann erzählen, wenn sie in die Pubertät kommen und geschlechtsreif werden. Zugleich entscheidet es sich entlang dessen, was wir dann wollen. Wollen wir eine vermeintlich „natürliche“, unvermittelte Zeugungssituation und Schwangerschaft, die wir dennoch verhindern und kultivieren, und zwar darüber, dass wir vorehelichen Sex verbieten und eine entsprechende, heutzutage konservative und fundamentalistische Moral hochhalten? Geben wir eine solche Konstellation als „natürlich“ aus, verschleiern wir die kulturelle Verarbeitung, die die entsprechende Moral dabei leistet.

Oder wollen wir keine minderjährigen Kinder-Mütter und Kinder-Väter, und werden wir sie deshalb direkt über Zeugung und Schwangerschaft aufklären? Nicht in der Bekleidungsfrage, sondern im Umgang mit der Geschlechtsreife entscheiden wir über die Fakten der menschlichen Geschlechtlichkeit und Sexualität. Sie ist übrigens in beiden Fällen faktischer Ausgangspunkt für unser Handeln. In den Kategorisierungen Beauvoirs: wir entscheiden über Fakten in Relation zu für Menschen Existentiellem, dann, wenn wir mit ihren Wirkungen konfrontiert sind. Darum betont Beauvoir immer wieder die Situation als maßstabgerierendes Kriterium.

Nun habe ich bei diesem Beispiel von einem „Wir“ gesprochen. Damit ist die politische Dimension der Auseinandersetzung über Fakten (nicht über „Faktizität an sich“) angesprochen. Was als Fakt betrachtet werden muss und welche Wirkung also etwas hat, hängt i.d.R. nicht unbedingt von der Erkenntnisleistung eines Individuums ab. Um Wirkungszusammenhänge zu erkennen und die Fakten dabei von den menschlichen Bedeutungszuschreibungen zu unterscheiden braucht es in vielen Fällen einen Diskurs über die Faktizität eines Faktums, darauf hat Hannah Arendt hingewiesen. Arendt stellt in vielen Punkten ähnliche erkenntnistheoretische Überlegungen wie Beauvoir an, sie hat außerdem einen wichtigen erkenntnistheoretischen Text über „Wahrheit und Lüge in der Politik“ (München 1987) verfasst. Bezüglich der Erkenntnis des Wirklichen vertritt sie eine politische Einschätzung:

(Das Wirklichkeitsgefühl entsteht dort,) wo die Wirklichkeit der Welt durch die Gegenwart der Mitwelt garantiert ist, in der eine und dieselbe Welt in den verschiedenen Perspektiven erscheint. Denn nur was allen als glaub- und meinungswürdig erscheint, nennen wir Sein, und was immer sein mag, ohne sich in solchem Erscheinen für alle zur Geltung zu bringen, kommt und geht wie ein Traum, bleibt realitätslos, wenn es uns auch inniger und ausschließlicher zu eigen sein mag als irgendein öffentlich Sichtbares.[6]

Was Werte betrifft, so spricht man aus ähnlichen Gründen im soziologischen Diskurs heute von „shared values“. Faktisches – ebenso wie Werte – wird in dem Augenblick überschritten, in dem Menschen in Relation dazu treten. Wenn Arendt dabei auf „alle“ rekurriert, bezieht sie sich zudem auf Kants öffentlichen Gebrauch der Vernunft, für den die ganze Welt gefragt ist, also gerade auch die Stimmen, die zu anderen Einschätzungen kommen.

Als Ergebnis aus einer spezifischen Faktizität, menschlicher Erkenntnis und dem öffentlichen Dialog von Menschen in Verschiedenheit bildet sich die menschliche Realität eines Faktums.[7] Seine Wirkung kann dabei enger werden als es möglich ist, gerade auch wenn sie als determiniert aufgefasst wird, oder aber sie wird weiter. Aufheben wird eine Umgangsweise, gleichgültig ob sie verengt oder ausweitet, den faktischen Kern nicht; ebenso wenig wird eine Umgangsweise das Faktum negieren können, die Antithese transportiert die These (Hegel), ein durchgestrichenes Faktum bleibt als Ausgangspunkt des Durchstreichens erkennbar (Lacan).

Darum kann nicht von einem „Postfaktischen“ gesprochen werden.[8] Dennoch, um die erkenntnistheoretische Problematik ernst zu nehmen, dass ein Faktum nicht offensichtlich vor den menschlichen Augen liegt, sondern Menschen es aufgrund seiner Wirkungen auf- und untersuchen, schlage ich vor, entsprechend der Bedeutung, die Beauvoir darum der „Transzendenz“ gibt, von einem „Transfaktischen“ zu sprechen.[9] Wie sich dieses „trans“ nun wiederum auf ein Faktum, seine Wahrnehmung und seine Wirkung auswirkt, dafür tragen wir Menschen Verantwortung – als Einzelne, dabei immer auf den Diskurs mit anderen verwiesen, um Lüge, Traum, Fakt und Realität zu unterscheiden.

 

[1] Vgl. Strube, Sonja: Rechtsextremismus und Christentum, http://womencomment.eu/fundamentalismus-pluralitat-religionen-2.

[2] Günter, Andrea: Konzepte der Ethik – Konzepte der Geschlechtergerechtigkeit, Wien 2014, 13-46.

[3] Arendt, Hannah: Besuch in Deutschland, 1950. Die Nachwirkungen des Naziregimes, in: dies., Zur Zeit. Politische Essays, Berlin 1996, 43-70.

[4] Fromm Erich: »Die autoritäre Persönlichkeit«, in: Hermann Röhrs (Hg.), Die Disziplin in ihrem Verhältnis zu Lohn und Strafe, Frankfurt/M. 1968, 132-136; Günter, Andrea: Eine andere Philosophie wagen, in der Demokratie ankommen können: Relationalität, Autorität und Strukturwandel, in: Oliver Kohns u.a. (Hg.), „Autorität in der Krise nach 1945“, München 2016, 229-253.

[5] Vgl. Günter, Andrea: Konzepte der Ethik – Konzepte der Geschlechtergerechtigkeit, Wien 2014, 13-25 u. 171-184.

[6] Arendt, Hannah: Vita activa, oder Vom tätigen Leben, München 1981, 193.

[7] Vertreter des Radikalen Konstruktivismus sprechen darum von Menschen als Mit-Konstrukteuren von Wirklichkeit und von autopoetischen Systemen, vgl. Maturana, Humberto/Varela, Francisco J.: Der Baum der Erkenntnis. Die biologischen Wurzeln des Erkennens. Goldmann, München 1987, 83ff.

[8] Zur Ambivalenz der Vorsilbe „post“ vergleiche Andrea Günter „Postkonventionalität, oder: Ist Feminismus ent­wicklungsfähig? PostFeminismus revisited“, in: http://www.bzw-weiterdenken.de/2010/11/post­konven­tio­na­li­tat-oder-ist-feminismus-entwicklungsfahig-postfeminismus-revisited/

[9] Vgl. Günter, Andrea: „Der Sternenhimmel in uns“: Transzendenz, Geschlechterdifferenz und die Suche nach Rückbindung bei Simone de Beauvoir, Luce Irigaray und den Philosophinnen von DIOTIMA, Königstein/Ts. 2003; dies.: Mit Transzendenz gegen oberflächliche Geschlechterkonzepte. Simone de Beauvoir feiern, in: http://www.bzw-weiterdenken.de/2008/01/mit-transzendenz-gegen-oberflachliche-geschlechterkonzepte/; Dry­gala, Anke/Günter Andrea: Paradigma Geschlechterdifferenz. Ein philosophisches Lesebuch, Sulzbach/Ts. 2010